1997: Der letzte Triumph für die Silvesterlauf-Königin Sigrid Wulsch

Fast 30 Grad wärmer als im Vorjahr

 

Es war der Durchbruch in eine neue Dimension. Und sowohl Zuschauer als auch Teilnehmer durften ihn live miterleben und –gestalten. Rekordzahlen bei Läufern und Zuschauern, das Durchstoßen der Millionengrenze beim Erlös und die einmalige Atmosphäre unterstrichen am letzten Tag des Jahres 1997 den Ruf des Silvesterlaufes als „deutsches Sao Paulo“.

Die Mendenerin Sigrid Wulsch und der Wattenscheider Sebastian Bürklein gewannen das Rennen, aber größter Sieger des Tages war einmal mehr der gute Zweck. Knapp 100 000 Mark konnten die Organisatoren Chefarzt Dr. Wolf-Gerhard Kramme vom Mariannenhospital in Werl für das Eritrea-Hilfswerk Werl zur Verfügung stellen. Damit sollte in der eritreischen Region Asmara der erste Teil eines Krankenhauses für schwer missgebildete oder verletzte Kinder eingerichtet werden. Dabei überschritt das gesamte Spendenvolumen in 16 Jahren die Schallgrenze von einer Million Mark.

Sportlich feierte ein den Soestern längst liebgewonnenes Gesicht einmal mehr Wiedersehen mit dem Siegerpott. Ihren siebten Triumph feierte die Mendenerin Sigrid Wulsch bereits auf der Strecke. Überlegen holte sich die damals 44-Jährige den Titel und ließ Ines Cronjäger (LG Seesen) und Monika Bach (LG Bonn) eindrucksvoll hinter sich. Für die „Königin des Silvesterlaufes“ war der Sieg 1997 der letzte der insgesamt sieben Triumphe.

Bei den Männern drang mit dem 24-jährigen Sebastian Bürklein (Wattenscheid) ein „junger Wilder“ ganz nach vorn. Schon nach sechs Kilometern hatte er sich mit seinem Rivalen Jens Wilky vom Feld abge-setzt. Spätestens da war klar, das die beiden den Sieg unter sich ausmachen würden. Die Entscheidung fiel dann am Jakobitor in Soest: Bürklein wagte 600 Meter vor dem Ziel den Vorstoß. Mit Erfolg.

3500 waren von Werl nach Soest gelaufen, über 700 gewandert. Das war ein fabelhafter Rekord in der 16-jährigen Silvesterlaufgeschichte. Eine Höchstzahl konnten die Veranstalter jedoch nicht nur sportlich melden. Auch am Rande der Strecke feierten 15000 Menschen begeistert und feuerten Renner, Walker und Wanderer frenetisch an. Es war ein einmaliges Volksfest in Werl, Soest und an der Bundesstraße 1. Die Teilnehmer rannten auf einer Woge der Begeisterung vom Start ins Ziel. Mit für die gute Laune verantwortlich war mit Sicherheit auch Petrus, der nach einem Jahr Abstinenz zu den Freunden des Laufens zurückgekehrt war. Am 31. Dezember 1997 lagen die Temperaturen exakt 30 Grad höher als beim arktischen Rennen im Jahr zuvor. Die Plusgrade wärmten die Herzen von Publikum und Teilnehmern, führten zu Freudenfesten und Gefühls-Ausbrüchen. Wer dabei war, hat noch lange davorn geschwärmt. Spätestens bis zum nächsten Silvesterlauf.


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Silvesterlauf 2009