1995: Starker Auftritt: Ostendarp vor Wilky

Siegerin Zaituc fror die Uhr ein
Die Grippewelle und ein Glatteis-Chaos haben den 14. Silvesterlauf von Werl nach Soest beeinträchtigt, sie hätten ihn aber nicht stoppen können. Die widrigen Umstände verhinderten zwar einen Teilnehmerrekord, aber mit 2500 startenden Läufern und 600 Wanderern übertraf die Resonanz am Ende die Erwartungen, die nach der dramatischen Wetterentwicklung nach unten geschraubt worden waren.
10000 Zuschauer erlebten aber dennoch ein sportlich sehr niveauvolles Rennen bei dem sich Mark Ostendarp von der TV Wattenscheid bei den Männern und die gebürtige Rumänin Luminita Zaituc von der LG Braunschweig bei den Frauen durchsetzen konnten.
Überglücklich reagierten die Organisatoren am Abend eines aufregenden Tages, der mit schlechten Nachrichten begonnen hatte. Die herrschende Grippewelle hatte bereits Lücken in die Reihen der Helfer gerissen, als das tückische Glatteis Werl und Soest erreichte. Die schlimme Situation auf den Straßen stellte die Austragung des Traditionslaufes in Frage. Erst zweieinhalb Stunden vor dem Start hatte sich die Wetterlage so deutlich entspannt, das der Start feststand. Die B1 konnte rechtzeitig vom Glatteis befreit werden und so war die Sicherheit der Sportler garantiert. Chefredakteur der Westfalenpost, Dieter Soika, gab den Startschuß für die 2500 Läufer.
1000 der 3500 angemeldeten Läufer hatten wegen des Glatteise nicht kommen können. Darunter befand sich auch das komplette Team der LG Warstein-Rüthen, mit 124 Teilnehmern die zweitgrößte angemeldete Gruppe. Die bereits eingezahlten Startgelder wurden aber als Spende betrachtet, da sie einem guten Zweck zu Gute kamen.
Bei den Männern gingen so viele Favoriten wie nie zuvor an den Start. So war der Australier Paul Wilson von der LG Seesen gekommen. Aber auch Mark Ostendarp, Michael Fietz und Karsten Hilleringmann waren ernsthafte Konkurrenten für Vorjahressieger Jens Wilky.
Diese fünf bildeten auch die Spitzengruppe, die bis Kilometer 13 zusammen lief. 2000 Meter vor Schluß dann fiel die Gruppe auseinander und Mark Ostendarp, der eigentlich Spezialist für 3000 Meter war konnte sich im Sprint durchsetzen. Er gewann in der Zeit von 46:18 Minuten vor Jens Wilky (46:35) und Fietz (46:39). Wilson (46:43) wurde fünfter.
Bei den Frauen hingegen lief Luminita Zaituc ihre Konkurrenz in Grund und Boden. Mit einem Lächeln auf den Lippen und kurz ins Publikum winkend lief sie nach 53:12 Minuten über die Ziellinie.
Damit hatte sie knapp vier Minuten Vorsprung vor der zweitplazierten Andrea Wever (LG Menden / 57:04) und knapp sechs Minuten vor der dritten Linda Way (TuS Schloß Neuhaus/59:08). Irgendwo zwischen Werl und Soest war der Rumänin sogar noch die Stoppuhr eingefroren. „Ich habe mich dann von den Männern ziehen lassen und gehofft, dass ich unter 55 Minuten bleibe“ berichtete die Siegerin später.
Der Erlös von über 90000 Mark ging an den Caritasverband Ortsverein Soest. Er wollte in einem beispielhaften Modellversuch alleinstehenden Müttern mit Kindern so unter die Arme greifen, dass sie auf öffentliche Unterstützung nicht mehr angewiesen sind. 
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