1994: Jens Wilky schafft den Hattrick

Bei den Damen ist Sigrid Wulsch mal wieder unschlagbar
„Der liebe Gott muss ein Langläufer sein“ – manch einer der über 3300 Läuferinnen und Läufer sowie 600 Wanderer dürfte das am letzten Tag des Jahres 1994 gedacht haben. Bei der 13. Auflage des WESTFALENPOST-Silvesterlaufes war wieder mal ein wahres Wetter-Wunder eingetreten. Sonne ab Mittag, Regen und Schnee erst nach der Siegerehrung. Perfekte Bedingungen für ein erneut perfektes Rennen von Werl nach Soest.
Als Dieter Soika, damaliger Chefredakteur der WESTFALENPOST, das 3300 Läufer starke Feld um Punkt 13.30 Uhr an der Werler Stadthalle auf den Weg geschickt hatte, war klar: Das kann nur ein Traumlauf werden!
Entlang der Bundesstraße 1 sorgten Tausende von Zuschauern für eine farbige Kulisse. Sie trieben erst die Spitze an, die von Jens Wilky schon frühzeitig übernommen worden war, und überschütteten dann die breite Masse, die den Charakter dieses Volkslaufes ausmacht, mit grenzenlosem Applaus.
Nie war das sportliche Niveau des Laufes höher als 1994. Zwar blieb Jens Wilky von der LG Olympia Dortmund bei seinem dritten Sieg hintereinander mit 45:24 Minuten um fünf hunderstel Sekunden unter seiner Vorjahreszeit, doch das Feld war schneller als je zuvor. Jean Weijts, der belgische Blauhelm-Soldat aus Hechtel, kam in 45:44 Minuten als Zweiter ins Ziel, die große Nachwuchshoffnung Christian Fischer aus Wipperfürth belegte in 46:01 Minuten Rang drei. Dahinter folgte dicht an dicht die gesamte westdeutsche Spitzenklasse.
Bei den Frauen lief Sigrid Wulsch (53:38 Minuten) von der LG Menden zum fünften Mal auf Platz eins. Andrea Wevers Hoffnungen auf den ersten Sieg waren vergebens. In 56:08 Minuten kam sie hinter ihrer routinierten Vereinskameradin zum zweiten Mal auf den zweiten Platz. Dritte wurde Katja Quest-Altrogge von der TG Lage (56:28 Minuten).
Einer äußerst starken Konkurrenz sahen sich auch die heimischen Sportler gegenüber. Klassensiege waren daher im Gegensatz zu den Vorjahren eher Mangelware. Lediglich Traudel Neurath von der DJK GW Werl durfte sich mit ihrer Zeit von 1:17:08 Stunden über den Sieg in der Frauen-Altersklasse 55-59 freuen. Insgesamt schnellste Frau aus dem Kreis Soest war allerdings die für die LG Hamm startende Werlerin Erika Kremer, die in beeindruckenden 1:03:52 Stunden als Dritte der Klasse W40 das Ziel in Soest erreichte. Schnellster Mann aus dem Kreis war 1994 der Werler Martin Haselhorst (LG Menden), der in starken 48:32 Minuten Zwölfter im Gesamteinlauf wurde.
Sehen lassen konnten sich jedoch nicht nur die sportlichen Leistungen beim Silvesterlauf 1994. Als Sieger durfte sich nämlich auch das Jugendhaus „Vita Communis“ in Werl-Sönnern fühlen, dem 100 000 Mark als Erlös der Wohltätigkeitsveranstaltung zuflossen. 
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