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1993: Wilky siegt fast im Alleingang

Bei den Damen hat Claudia Metzner die Nase vorn

 

Mehr als 3400 Teilnehmer erlebten in diesem Jahr eine großartige Laufveranstaltung. 2900 Läufer und 500 Wanderer nahmen an der zwölften Auflage der Wohltätigkeitsveranstaltung teil, die von mehr als 15000 Zuschauern besucht wurde. Doch zum Kampf der Giganten kam es in diesem Jahr nicht. Spätestens nachdem feststand, dass Jean Weijts nicht starten würde. Er war im Sommer in Holland von einem Motorrad angefahren worden und war daher nicht wieder fit für den Silvesterlauf.

Jens Wilky konnte seinen Vorjahreserfolg ohne Konkurrenz wiederholen. Fast im Alleingang und mit souveräner Manier gewann er den Silvesterlauf 1993 in 45:19 Minuten vor Uli Beckmann (LG Menden/46:37) und Carsten Thoma (NSV Brakel/47:24). „Wäre die Konkurrenz  stärker gewesen, hätte ich eine noch bessere Zeit erreichen können“, resümierte der alte und neue König des Silvesterlaufes, der seine Zeit aus dem Vorjahr um sieben Sekunden unterboten hatte. „Doch nach meiner Grippeerkrankung war es ein gutes Ergebnis“, strahlte der Dortmunder. Nur auf den ersten vier Kilometern hatte es nach einem Zweikampf zwischen Wilky und Beckmann ausgesehen, doch dann setzte sich der Dortmunder ab und spulte wie ein Schweizer Uhrwerk Kilometer um Kilometer ab. Im Ziel hatte er schließlich 1:18 Minuten Vorsprung. „Wenn ich mitgezogen hätte, wäre ich nachher irgendwo auf der Strecke eingebrochen“ sagte der spätere Zweite, Uli Beckmann. Im nächsten Jahr wolle er aber auf jeden Fall wieder dabei sein. Allein schon wegen der Atmosphäre. Vielleicht ist dann sogar Platz eins möglich“, dagte er und ergänzte: „Aber nur wenn Jeny Wilky nicht kommt.“

Bei den Frauen hingegen kam es zum Sturz der Königin. Sigrid Wulsch musste sich in einem packenden Rennen der für TV Wattenscheid startenden Claudia Metzner geschlagen geben. Denn die setzte sich klar gegen Wulsch durch und lief in 51:12 Minuten sogar Streckenrekord. Doch zunächst hatten sich die beiden auf der ganzen Strecke  ein packendes Rennen geliefert. „Sigrid Wulsch hat unheimlich Druck gemacht. Es war hart, besonders auf den letzten beiden Kilometern.“ Die 27jährige zog ein faires Fazit nachdem sie die 13 Jahre ältere Konkourrentin in der neuen Streckenrekordzeit um 57 Sekunden distanziert hatte. Wulsch musste sich zwar geschlagen geben, war aber nicht traurig und das musste sie auch nicht sein angesichts der hochkarätigen Damenkonkurrenz.

Dem WDR unterlief in diesem Jahr aber noch eine Panne. Er vergaß Soest. Als man am Silvestertag die Hörfunknachrichten hörte, schickte der Kölner Rundfunksender nur immer die Nachricht über den Äther, wonach Jens Wilky den Silvesterlauf „in Werl“ gewonnen hätte. Kein Wort von Soest und den 15 Kilometern, die nicht nur der Sieger zurückgelegt hatte.

Der Erlös von über 70000 Mark floß auf das Konto der Soester Riga-Hilfe. „In Riga fehlt es oft am allernötigsten“ erklärte Klaus Peter Knäpper, der sich seit ihrer Gründung 1990 in privater Initiative engagiert, „es gibt dort viele Dinge nicht, die hier selbstverständlich sind“. Aus dem Erlös wurde im „2. Kinderheim“ in Riga ein Zimmer für behinderte Kinder eingerichtet und mit speziellem Gerät ausgerüstet.


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Warsteiner
Silvesterlauf 2007