1991: Zum 10-jährigen Jubiläum triumphiert das “Königspaar”

Über 100000 Mark für ein Kinderheim in Gotha

 

Ein Jubiläumslauf mit neuen Rekorden: So viele Läufer und Wanderer wie nie zuvor setzten sich beim 10. Silvesterlauf von Werl nach Soest in Bewegung. Zu den 3800 Teilnehmern auf der Strecke gesellten sich am letzten Tag des Jahres fast 15000 Zuschauer an der Bundesstraße und sorgten für einen stimmungsvollen Rahmen.

Auf das Siegertreppchen kletterten bekannte Größen. Abo-Sieger Jean Weijts gewann in 45:55 Minuten    bereits zum fünften Mal. Im Gegensatz zum Vorjahr, als Volker Welzel und Alfons Struch nach einem spannenden Duell gleichauf angekommen waren, wurde das Rennen ´91 von einem einzigen Mann dominiert. Jean Weijts, vor dem Jubiläumslauf auch als haushoher Favorit gehandelt, ging als klarer Sieger durchs Ziel. Hinter dem Belgier belegten Jens Wilky  und Jörg Valentin (beide LG Olympia Dortmund) die weiteren Plätze auf dem Siegerpodest.

Bei den Damen setzte sich die Mendenerin Sigrid Wulsch mit ihrem Start-Ziel-Sieg bereits zum dritten Mal die Krone des Silvesterlaufs auf. Von totaler Erschöpfung war bei der deutschen Marathonsiegerin keine Spur.

Jubelnd reckte Wulsch beide Arme in den Himmel, strahlte über das ganze Gesicht. „Es lief optimal“, freute sich die 38-jährige nach den absolvierten 15 Kilometern. Von Beginn an setzte die Rekordsiegerin die Akzente und bestimmte das Tempo nach Belieben. Diethild Drescher von 1860 Hagen, mit 1:08 Minuten Rückstand die spätere Zweite, bemühte sich stets um den Anschluss, konnte Wulsch aber nicht stoppen. „Ich bin flott gestartet, habe dann mein Rennen gelaufen“, analysierte die Siegerin später ihren Lauf.

Den sportlichen Siegern des Tages lief jedoch ein anderer fast den Rang ab. Der Publikums-Liebling musste die 15 Kilometer von Werl nach Soest nicht einmal zurücklegen, um in die Herzen der Fans zu laufen. Fünf Jahre nach seinem ersten Auftritt durfte der damals 69-jährige Emil Zatopek seine ungebrochene Popularität erneut in vollen Zügen genießen. Der Prager tat allerdings auch eine Menge mehr, als nur den Startschuss abzugeben. Mit seinen Anekdoten entführte der viermalige Olympiasieger von 1948 und 1952 die Besucher in eine Zeit ohne Boykott, Doping und Kommerzialisierung.

Und nicht nur sportlich gesehen war der 10. Silvesterlauf mal wieder ein voller Erfolg. Gut 100000 Mark wurde eingenommen, die an ein Kinderheim gespendet wurden. Das Heim, dass in der thüringischen Stadt Gotha steht, bietet körperbehinderten Kindern ein Zuhause. Tief beeindruckt von der Größe der Wohltätigkeitsveranstaltung zeigte sich die Heimleiterin Hannelore Hennrich und bedankte sich für die breite Unterstützung.

Sie hatte aber auch Verstärkung mitgebracht. 15 Läufer aus Gotha, die zusammen mit ihren Familien angereist waren, gingen in Werl an den Start. Sie brachten auch gleich noch die Dankesgrüße von Gothas damaligen Bürgermeister Werner Kukulenz mit.

Den Kontakt zu den Gothaer Läufern hatte der Lauftreff Arnsberg geknüpft. Probleme gab es nur mit den Einladungen. Die hatten nämlich über fünf Wochen auf dem Postweg in die thüringische Stadt gebraucht.

Großer Beliebtheit erfreute sich auch der Stand der Soester Briefmarken-Freunde. Dort verkauften die Philatelisten die begehrten Silvesterlauf-Sonderumschläge. Um den Sonderstempel zu erhalten, brauchten die Interessenten den Umschlag nur frankieren und in einen Briefkasten zu werfen. Zufrieden    konnte der damalige Vorsitzende der Philatelisten, Franz-Karl Lindner, nachher berichten, das bereits um 13.30 Uhr der Briefkasten  am Soester Marktplatz bis obenhin voll war.


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Warsteiner
Silvesterlauf 2009