1989: 22-Jährige stahl Sigrid Wulsch die Show

Pautmeier und Edwards unschlagbar

 

Der Silvesterlauf 1989 knackte gleich drei Rekordmarken. Mit 3800 Startern gab es einen neuen Teilnehmerrekord, 13 000 Zuschauer bildeten eine in dieser Größe nie dagewesene Kulisse und für den guten Zweck kam die bis dahin absolute Rekordsumme von 65000 Mark zusammen.

Die 3200 Läufer auf die Strecke geschickt hatte Turn-Weltmeister Andreas Aguilar aus Hannover. Bereits eineinhalb Stunden vorher hatten sich fast 600 Wanderer auf den Weg nach Soest gemacht. Das Rennen für sich entscheiden konnte der für den Marathon-Club Menden startende Engländer Malcolm Edwards. Er wiederholte damit seinen Vorjahrestriumph. In der Zeit von 45:44 Minuten blieb er zwar knapp über seiner Vorjahreszeit (45:18), konnte aber trotzdem Jörg Valentin aus Gevelsberg (47:38) und Axel Czech aus Höxter (48:14) auf die Plätze zwei und drei verweisen. Die beiden hatten nie eine Chance gegen den wie ein Uhrwerk laufenden Briten. Edwards wurde damit seiner Favoritenrolle gerecht, bei den Damen jedoch gab es eine Überraschung. Die 22jährige Maria Pautmeier vom LV Oelde ging in 54,36 Minuten als Siegerin vor Titelverteidigerin Sigrid Wulsch durchs Ziel. Nach einer vierwöchigen Verletzungspause war die Mendenerin noch nicht wieder im Tritt. Die Entscheidung zwischen den beiden Damen fiel schon bei Kilometer zehn. Hier trennten sich die Wege von Pautmeier von der Vorjahressiegerin Sigrid Wulsch, mit der sie bis dahin gemeinsam gelaufen war. Ihre Zwillingsschwester Monika kam auf den vierten Platz mit einer Zeit von 57,64 Minuten.

Eine Neuerung gab es beim Ziel in Soest. Der Zieleinlauf war nicht mehr wie in den Vorjahren vor dem Soester Rathaus, sondern wurde auf den Marktplatz verlegt. Vor allem technische Gründe hatten die Organisatoren dazu bewogen und nach dem Lauf fand sich auch eine breite Mehrheit unter den Organisatoren, die sich für die „Notlösung Marktplatz“ als dauerhafte Einrichtung aussprachen.

In der Öffentlichkeit wurde diese Lösung jedoch sehr zwiespältig betrachtet. Für die Zuschauer sei der Platz vor dem Rathaus als Zieleinlauf und Ort der Siegerehrung nicht nur atmosphärisch schöner sondern auch besser einzusehen. Letztendlich setzte sich jedoch der Marktplatz mit seinen Vorteilen durch.

Die so dynamische Massenbewegung von über 8000 trainierten Beinen, die einen Rekorderlös zusammengelaufen hatten, rührte eine Frau zu Tränen: Elisabeth Lüke von der Werler Frauenselbsthilfe nach Krebs war überwältigt. Nie hätte sie sich vorstellen können, dass mehr als 65000 Mark am Ende des größten Silvesterlaufs Europas übrig blieben, die der Werler Krebsinitiative zugute kamen.


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Warsteiner
Silvesterlauf 2009