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1986: Weijts läuft Rekord trotz schlechter Wetterbedingungen

Bestzeit hat noch Bestand / Neuhaus-Stieglitz beste Frau

 

Kurz vor dem Ortseingang Soest: Einsam und allein rennt Jean Weijts seinem dritten Titel entgegen. 3100 Läufer hat der Belgier schon hinter sich gelassen. Böiger Wind und plötzliche Schauer erschweren immer wieder jeden Schritt in Richtung Ziel. Doch er scheint sich nicht aufhalten zu lassen. Mit gewohnter Routine meistert der zweimalige Sieger die letzten Kilometer. Doch plötzlich: Aus der Zuschauermenge schießt ein großer Hund wie ein Blitz heraus auf Jean Weijts zu. „Ich dachte der will mich beißen“, schildert der Belgier später. Er schlägt einen Haken. Das Tier bleibt ruhig. Der Weg ist frei: Nach 43:33 Minuten durchläuft Jean Weijts das Zielband. Geschafft! Und das auch noch in neuer Rekordzeit.

Schrecksekunden hatte der „König des Silvesterlaufs“ wirklich nur kurz vor dem Ortseingang in Soest zu überstehen. „Meine Vorbereitung stimmte, dazu kam der starke Rückenwind“, freute sich der für den Marathon Club Menden startende Soldat, dem Tausende von Zuschauern an Start, Strecke und Ziel zujubelten.

Jean Weijts war der Sieger dieser     fünften Auflage des Silvesterlaufs, der unter Schirmherrschaft der damaligen Bundes-Gesundheitsministerin Dr. Rita Süssmuth gestanden hatte und mit insgesamt 3100 Läufern und 300 Wanderern einen neuen Teilnehmerrekord erzielte. Rund 40000 Mark Gesamterlös flossen dem Mariannenhospital in Werl zu, das von dem Geld ein Video-Arthroskop anschaffte.

Der in Bielefeld stationierte Engländer Glen Grant und der Belgier Jean Weijts hatten nach dem Startschuss in Werl sofort die Führung übernommen und als erste Werl verlassen. Zu diesem Zeitpunkt lag das Feld bereits weit zurück. Grant führte bis kurz vor Ostönnen, doch dann zog Weijts unaufhaltsam an ihm vorbei und war bis zur Zielinie in Soest nicht mehr einzuholen. Den dritten Platz hinter Weijts und Grant belegte Grants britischer Landsmann David Carr.

Den großen Triumph des Marathon Club Menden vervollständigte Regina Neuhaus-Stieglitz, die zum ersten Mal in der Damen-Klasse triumphierte. Sie gewann in 54:20 Minuten vor Gudrun Mrusek vom ESV Münster und Edeltraud Pohl aus Ennepetal.

Doch während die Sieger mit Glückwünschen überhäuft wurden, wurde ein anderer wie ein König gefeiert. Emil Zatopek, die tschechische Lokomotive, wurde in Werl und Soest bejubelt wie ein richtiger Star. „Es ist wie ein Märchen“, sagte der Olympiasieger und dreimalige Weltsportler des Jahres aus Prag.

Als der damals 66-Jährige den Startschuss abgab, ließ ihn das riesige Läuferfeld hochleben als den Triumphator des Tages. „Das ist ein Lauf, der zu Herzen geht“, sagte der ehemalige Weltrekordler, der 1953 den Silvesterlauf in Sao Paulo gewonnen hatte. In der gemütlichen Atmosphäre in historischer Umgebung komme die Stimmung am Silvestertag viel besser zum Tragen als in der Anonymität einer Großstadt wie Sao Paulo, sagte Zatopek, der wenige Jahre später noch einmal in die Hellwegstädte kam, um mit seinem Startschuss weit mehr Läufer ins neue Jahr rennen zu lassen, als 1986.


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Warsteiner
Silvesterlauf 2007