1982: Fast 600 Starter bei der Premiere des Silvesterlaufes

Manfred Schöneberg und Gertrud Nau sind die ersten Sieger

Ein solch brilliantes Feuerwerk hatten Werl und Soest am Silvestertag noch nie erlebt. 575 Läufer sorgten mit sportlichen Spitzenleistungen für einen gelungenen Lauf. Als die von der Westfalenpost zu Gunsten der Polen-Hilfe initiierte Veranstaltung bei der Siegerehrung vor dem ehrwürdigen Soester Rathaus ihren vielgefeierten Höhepunkt nahm, waren Sportler und Publikum einer Meinung: „Dieser Silvesterlauf war einmalig, aber er darf nicht einmalig bleiben.“ Robert Schmelzer, damaliger Herausgeber der Westfalenpost, gab dann auch sofort an Ort und Stelle grünes Licht für eine Wiederholung und versprach, dass ein Jahr später wieder ein solches Spektakel veranstaltet werden solle.

Der Marktplatz in Werl war am Silvestertag das Aufmarschgelände für fast 600 Läufer aus ganz Westfalen. Begrüßt wurden sie vom Jugendspielmannszug Westönnen.

Den ersten Startschuß in der Silvesterlauf-Historie gab Lothar Huber, Außenverteidiger des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Er war jedoch völlig von der großen Zahl der Läufer überrascht. Er registrierte die ständig wachsende Zahl von Läufern, die sich zum Start auf dem Werler Marktplatz einfanden mit immer größerer Bewunderung: „Das ist ja unglaublich. Mit einem solchen Volksfest hatte ich hier nicht gerechnet“. Pünktlich um 13.30 Uhr schickte er dann das bunte Riesenfeld bei strahlendem Sonnenschein auf die 14,6 km lange Strecke. „Sie war gut zu laufen, wenn natürlich auch nicht gerade abwechslungsreich,“ meinte Manfred Schoeneberg von der LG Ahlen-Hamm, als er in der Spitzenzeit von 46:05 Minuten als Erster das Rathaus in Soest erreichte. Wenn die Strecke auch nicht besonders abwechslungsreich für ihn war, so begeisterte ihn doch das Publikum an der Strecke. „Eine solche Begeisterung und Resonanz habe ich in Deutschland noch nie erlebt. Nur in Belgien und Holland ist mehr los.“

Prominentester Läufer war der blinde Dortmunder Werner Rathert. Das Startgeld hatte die Volksbank übernommen und noch 500 DM für die Polen-Hilfe draufgelegt.

Der TV Wickede stellte mit der Oberliga-Handballerin Gertrud Nau die schnellste Frau des Wettbewerbs. Sie kam nach 63:35 Minuten vor dem Soester Rathaus an.

Ein anderer Held des Silvesterlaufes war Hans Ewers aus Meschede. Er errang zwar keinen Preis, aber dennoch kamen Zuschauer  auf ihn zu und klopften ihm begeistert auf die Schultern: „Wegen Ihnen sind wir von Werl nach Soest gefahren.“ Grund der Anerkennung: Der damals 48-Jährige hatte noch bis 11.30 Uhr in seinem Geschäft gestanden, sich dann eiligst auf den Weg nach Werl zum Start gemacht. Doch alle Eile nutzte nichts; als Ewers auf dem Marktplatz vorfuhr, bekam er gerade noch den Startschuß mit und sah das Feld in Richtung Soest verschwinden. Der Mescheder kletterte schleunigst aus seinen Klamotten, erwarb die Startkarte und nahm mit neunminütiger Verspätung das Rennen auf. „In Westönnen,“ erzählte er nachher stolz, „habe ich das Feld bereits eingeholt.“

Ein anderer Held des Silvesterlauf wurde Hund „Reny“. Der Super-Hund war das Gesprächsthema Nummer eins an Start und Ziel. Rita Limper hatte den kleinen schwarzen Mischlingshund im Vorfeld des Laufes angemeldet und konnte die Hände über dem Kopf nur zusammenschlagen bei all den vielen Reaktion. „Ist das Reny?“ wurde sie immer wieder angesprochen. Dabei sollte es nur ein Jux sein. „Er trainiert jede Woche kräftig mit. Für einen Hund gibt es nichts größeres“ erzählte sie. Und der Langstrecken-Hund verbiß sich wahrlich in seine Aufgabe. Rita Limper und „Reny“ belegten schließlich in „ihrer“ Altersklasse einen nie erwarteten dritten Platz. Daher gab es auch für das tierische Laufwunder eine Medaille und als besondere Geste einen großen Knochen.

Die Zuschauer waren nicht weniger begeistert: der Musikzug der „Großen Westerhofe“ und der Fanfarenzug des Deutschen Roten Kreuzes sorgten am Ziel für die richtige Stimmung.

8005,67 DM floßen auf das Konto der Polen-Hilfe. Das meiste Geld kam aus den Startgeldern der Läufer. 5740 Mark hatten sie zusammen gebracht.


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Warsteiner
Silvesterlauf 2009